Harry der Herzensbrecher

31.08.2020

Fall 2 Harry der Herzensbrecher.....

Harry ist heute 10 Jahre alt und wurde als Welpe in eine liebevolle Familie aufgenommen. Harry hatte von Anfang an Probleme mit Allergien, oft Zwischenzehenabszesse, die medikamentös behandelt wurden. Außerdem gesellten sich im ersten Lebensjahr kleine epileptische Anfälle dazu, die nicht medikamentös behandelt wurden.

In dieser Zeit wurden diverse Allergietets gemacht, Futter probiert und Apoquel war wohl die einzige Möglichkeit Ruhe reinzubekommen.

Als Harry 5 Jahre alt war, bekam er einen großen epileptischen Anfall, der sehr stark und anhaltend war. Zusätzlich zu seiner allergischen Konstellation wurde jetzt Luminal verabreicht.

Die Besitzerin hatte damit die Anfälle im Griff, konnte auch auf eine ¼ Tablette runter reduzieren.

Zu dieser Zeit bekam Harry leider noch Demodex und diese hat der TA fast nicht in den Griff bekommen. Es wurde Theo in regelmäßigen Abständen Dectomax und Ivomec oral verabreicht.

Diese Cocktails ließen natürlich die Organe schwächeln und man sah auf den Blubildern schlechte Leberwerte. Außerdem entwickelte Harry Magen- Darm, sowie Pankreasproblematiken, die mit Pankreasenzymen versucht wurden etwas in den Griff zu bekommen.

Ich lernte die Besitzerin in dieser Zeit kennen und wir versuchten mit Omega 3 und Leberschonung ein gewisses Maß an Entlastung in die Organwelt zu bringen.

Zudem Zeitpunkt war die Besitzerin schon etwas verzweifelt, da auch Futter von " VET Concept" nicht den richtigen Ausschlag gab, um die Pfoten in den Griff zu bekommen.

Ein späterer Ernährungsplan (auf Harry abgestimmt) wurde erstellt und jetzt fing die Besitzerin an zu kochen und wir versuchten in Absprache einem Schritt nach dem anderen Fleisch, Gemüse, Kohlehydrate sowie Zusätze einzuschleichen mit dem Erfolg, dass die Pfoten besser wurden.

Mit jedem Stepp konnte die Besitzerin den Erfolg sehen und Sie sah auch, dass Ihr Theo auf " Karotte" ein hohes Allergiepotenzial entwickelte.

Im Jahr 2019 hatte Harry einen Magen- Darminfekt und die Leberwerte wurden wieder schlechter, außerdem entwickelte er unschönes Fell, ein Papillom am Auge sollte operiert werden, was auch geschah. Schilddrüsenwerte waren in Ordnung. Die Besitzerin hatte zudem Zeitpunkt bei Harry nur noch Luminal, den Rest hatte sie im Griff durch die Futterumstellung.

Im Jahr 2020 fiel der Besitzerin auf, dass Ihr Mops immer träger wurde, zu nichts mehr groß Lust hatte, aber sehr großen Appetit. Die Beinchen wurden hinten immer dünner und er trank normal, eigentlich nicht zu viel. Es fiel der Besitzerin auf, dass Harry Haarausfall hatte, aber keine Zecke oder Parasit schuld war.

Blutwerte, sowie Gesamteindruck passten auf " Cushing" und der Diagnostische Weg ist eindeutig.

Der Weg war zum TA Blutwerte zu machen und der TA schlug sofort einen ACTH Test vor, wobei, wie schon ein anderes mal beschrieben, auch ersteinmal der Cortisolwert im Urin der günstigere Weg wäre. ( Dokument der LMU München unter Dateien)

Der TA machte einen ACTH Test , der negativ ausgefallen ist.

(Mit Hife des ACTH - Stimulationstest, kann man nicht den hypophysären von einem adrenalen Cushing unterscheiden)

Der TA wollte noch einen Dexamethasontest im Anschluss machen, die Besitzerin lehnte ab. Sie ließ noch einen Ultraschall machen, wo, bei dem Haustierarzt eine verfettete Leber zum Vorschein kam und der TA riet Ihr auf Fettverzicht im Futter, überwies sie aber in eine Tierklinik mit besseren Ultraschallgeräten. Die Nebennieren waren wohl nicht auffällig.

Die Besitzerin machte sofort ein Termin in der Tierklinik. Dort hatte ein sehr netter TA Harry Stück für Stück unter die Lupe genommen und es kam etwas ganz anderes zum Vorschein, Nebennieren waren Ok, Leber immer noch Fettbesetzt, was aber nicht am Fett im Futter lag, sondern von der schon fast 5 jährigen Gabe Luminal. Leider wurde ein Milztumor festgestellt, der operiert werden musste.

Der TA verschrieb der Besitzerin Luminaletten um die Leber zu entlasten, der OP Termin wurde festgelegt und ich machte mich an einen Plan, der die Leber extrem entlastet.

Auch hier will ich sagen, dass oft eine 2. Meinung einen wesentlichen Bestandteil in der Diagnostik hat oder eben eine andere Meinung, Fehldiagnosen können lebensbedrohlich werden. Auch möchte ich an die Besitzer appelieren sich ein wenig damit zu beschäftigen, das hilft auch und zwar dem Hund!

Es flossen Tränen, aber die Entscheidung die Milz zu entfernen, war die Richtige, egal ob der " Dortige Tumor" gut oder bösartig ist, kann er zur Ruptur führen und der Hund innerlich verbluten. In jenem Fall wurde auch eine Biopsie der Leber gemacht und es kam nichts " bösartiges " heraus.

Und wie geht es Harry 4 Wochen danach? Seine Energie hat einen neuen Level gefunden, das Futter ist auf ihn abgestimmt , weniger " leberbelastend" , er spielt, ist nicht mehr träge, er hat schönes Fell, er ist wie ausgewechselt. Die Besitzerin wird oft angesprochen wie toll sich Harry entwickelt hat!

Für mich ist es immer so toll, wenn wir gemeinsam der Fellnase helfen konnten und ich muss mich immer bedanken für das Vertrauen und die Energie der Besitzer. Ich wünsche Harry eine relaxte und tolle Zeit bis ins hohe Alter.