Die Schilddrüse und Ihre Krankheiten...

Die Schilddrüse, ein oft unterschätztes Organ in der Praxis.

Die Schilddrüse ist eine hormonproduzierende Drüse die für die Produktion und die Abgabe von Trijodthyronin T3 und Thyroxin T4 sowie Calcitonin verantwortlich ist.Sie befindet sich am Hals zwischen Kehlkopf und Luftröhre. Sie hat einen Dreiteiligen Aufbau bestehend aus 2 Schilddrüsenlappen und ein mittiges Verbindungsstück. Die Ausprägung der einzelnen Stücke ist verschieden in der Lage bei den Tierarten.

Die Größe der Schilddrüse ist bei Hunden zwischen 0,56 g- 25,30g ( Katze 0,19 g - 1,45 g, Pferd 20 g - 35 g) Weibliche Tiere, vor allen die mehrmals Nachkommen hatten und Kastraten haben eine schwerere Schilddrüse.
Es gibt sogar jahreszeitliche Schwankungen, somit wiegt die Schilddrüse im Herbst/ Winter etwas mehr als in den Frühlings -und Sommermonaten.
Die Schilddrüse nimmt an Gewicht zu bis zum mittleren Alter eines Hundes und später wieder ab.

Eine sehr hohe Bedeutung um nötige Schilddrüsenhormone zu bilden, ist die zugeführte Jodmenge. Die Schilddrüse speichert etwa 20 % des im Körper vorhandenen Jods.

Die Hormonproduktion der Schilddrüse wird durch das Hormon Thyreotropin reguliert, das aus dem Hypophysenvorderlappen stammt.

Die Schilddrüse steuert mithilfe ihrer Hormone v.a. die Stoffwechselvorgänge des Körpers und der Zellen. Gleichzeitig regelt sie die Oxidationsprozesse und den Energieumsatz und trägt damit wesentlich zur Wärmeregulation des Organismus bei. Darüber hinaus regelt sie auch den Wasser- und Salzhaushalt der Gewebe und beeinflusst das Wachstum und die Gehirnentwicklung sowie die Funktion der Geschlechtsdrüsen.
Demzufolge unterliegt jedes Gewebe dem Einfluss der Schilddrüsenhormone!

Aufgaben der SD sind

- Kohlehydratstoffwechsel ( Glukogenese, Glykogenolyse)

- Fettstoffwechsel ( Hemmung Cholesterinsynthese,
Stimmulation Lipogenese und Lipolyse)

- Proteinstoffwechsel ( Stimulation der Proteinsynthese,
Proteolyse)

- Geschlechtsreife und Zyklus

- Wachstum

T3 und T4 sind an Transportproteine gebunden, hat z.B.: die Leber ein Problem ( BB Albumin, Globuline) rutscht die Schilddrüse in eine Unterfunktion!
Wir sollten hier immer an mehrere Ursachen denken.

Sollten wir die Schilddrüse überprüfen sollten wir nicht nur den T4 Wert messen, sondern ein komplettes Profil anfertigen lassen. Leider wird es von Therapeut zu Therapeut verschieden veranlagt. Allein der T4 Wert, sagt beim Hund nicht viel aus.

Welche Symptome können bei einer Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose auftreten

- starkes Haaren, lichtes Fell oder verzögertes
Fellwachstum
- Fetteinlagerungen oder Gewichtsabnahme
- Wesensveränderung, da Hormone in den
Cortisolstoffwechsel eingreifen - Trägheit oder
Hyperaktivität
- Heißhunger
- Ohrenentzündungen
- Schnelles Frieren
- Zyklusstörungen
- Epilepsie ( Störung der Neurotransmitter stört die
Funktion der SD)

Die Ursachen der SDU beim Hund sind vielfältig. Es gibt auch gewisse Rassedispositionen wie Boxer, Chow-Chow, Cocker Spaniel, Irish setter, Labrador, Dobermann, Afghane, Golden Retriever u.a., die zu SDU neigen.

Manche Barfer oder Selbstkocher vergessen zudem Jod, Selen und Cobalt im richtigen Verhältnis zuzuführen. Oft gibt es bei Produkten keine genaue Inhaltsangabe von Seealge zB.: Das kann zur exorbitanten Überversorgung oder Unterversorgung führen!
Chronische Entzündungen im Körper oder an der Schilddrüse selbst können zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen oder die SDU kann Entzündungen auslösen.
Idiophatische Atrophie ( Unbekannter Ursache), wie gesagt bei gewissen Rassen und auch Tumore jegliche Art, besonders auch Hodentumore können eine SDU auslösen.

Welche Werte sind im Profil?

T4, T3, Ft4, Ft3, TSH, TRH,T4/T3 Antikörper, TG-AA/ TG-AK Autoantikörper.
Im Profil kann auch Cobalt, Eisen, Jod Cholesterin, Triglyzeride

Weitere Hinweise, auf Schilddrüsenerkrankungen können folgende Werte geben, Chrom, Cobalt, Eisen, Germanium, Kupfer, Lithium, Mangan, Molybdähn, Selen, Zink und Zinn

Welche Werte machen Sinn?

T4, Ft4, T3 , Ft3 und TSH, T3-AK/ T4-AK, eventuell noch TG-AK

Wann ist der T4 Wert zu niedrig oder durch was kann er beeinflusst werden?

- durch Medikamente wie Barbiturate, Kortikoide, Sulfonamide

- durch Krankheiten wie M. Cushing, Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen,
Niereninsuffizienz, chronische Infektionen/ Entzündungen, Diabetes Mellitus,
Hodentumore, Diabetische Ketoazidosen
- physiologisch bei sehr großen Hunden ( Greyhound, Neufundländer,
Schlittenhunde und Deerhound zB.: )
- Hämolyse
Oder man verwendet die günstigeren Human Tests im Labor, die machen leider auch falsch Befunde.Auch das ist möglich...

Der Ft4 Wert
Dieser Wert wird durch Stoffwechselveränderungen beeinflusst und ist nicht an Transportproteine gebunden. Auch er ist Hämolyseempfindlich und auch hier können die kostengünstigeren Human Test`s das Ergebnis verfälschen!
Genauso ist es beim T3 Wert und Ft3 Wert, doch er findet leider in der Vet.Medizin nicht so großen Anklang....

Schilddrüsenüberfunktionen - Hyperthyerosen sind seltener beim Hund eher bei der Katze zu finden, bei SD Adenomen oder bei Katzen über 10 Jahren

Symptome sind:

- Gewichtsverlust
- Heißhunge/ Inaapetenz
- Agressives Verhalten
- Hyperaktivität
- Herzrythmussörungen
- Durchfall/ häufiger Kotabsatz
- Tastbare Knötchen

Hier reicht die Bestimmung des T4 Wertes bei Verdacht und der TSH, Kontrolle nach 4 Wochen und dann aller 6 Monate angeraten.

Dann gibt es noch die Autoimmunthyreoiditis ( Hashimoto)

Hier vernichtet der Körper seine Schilddrüse, zerstört sie, vernichtet das Gewebe. Zu Anfang sind hohe Werte möglich. Es gibt Entzündungsreaktionen, der im Entzündungsschub Hormone abfeuert! Ursachen sind unbekannt und können genetischer Natur sein.

Bei der Befundinterpretation sollten wir immer bedenken, dass die Referenzwerte für alle Hunde, ob jung oder alt immer gleich interpretiert werden. Aber ein junger Hund, der ein T4 Wert im unteren Drittel hat, sollte sich einer weiteren SD Diagnostik unterziehen.Bei einem jungen Hund, sollten die Werte im oberen Drittel liegen.

Die Schilddrüse ein unterschätztes Organ mit großen Auswirkungen auf den Organismus!

Vielen Dank an Julia Larissa Back für die tollen Schulungen.